Editorial
Heft 4 / 2026
Liebe bergwärts-Leserinnen und -Leser,
keine Frage, der Herbst hat seine ganz eigenen Reize. Nach dem Ansturm im Sommer, nach vollen Hütten und nach Gedrängel an Engstellen kehrt jetzt Ruhe ein in den Bergen. Die Tage werden kürzer, die Nächte manchmal schon kalt, das Licht wird sanfter. Und in manchen Gegenden, im Engadin etwa, gibt es eine ganz eigene, traumhafte Stimmung, wenn sich die Lärchen im Herbst gelb verfärben.
Doch zugleich ist der Herbst eine Zeit des Übergangs, Zeit zwischen Sommer und Winter, Rückblicken und Vorschauen. So auch in diesem Heft. Einer dieser Rückblicke geht nach Korsika (Seite 19). Der GR 20, der quer über das Hochgebirge führt, ist eine höchst anspruchsvolle Route. Das Gelände ist oft schwierig, es verlangt Trittsicherheit, Ausdauer und, wie unser Autor feststellen musste, auch „eine gewisse Leidensfähigkeit“. Doch der GR 20 entschädigt für die Mühen: Er führt durch eine höchst abwechslungsreiche Landschaft mit grandiosen Eindrücken.
Ein zweiter Rückblick geht viel weiter. Im Interview erzählt Wiebke Lühmann von ihrer abenteuerlichen Fahrradtour, die sie allein von Freiburg nach Kapstadt unternommen hat (Seite 5). „Mut kommt beim Machen“, hat sie dabei unterwegs gelernt und erzählt von ihren höchst unterschiedlichen Eindrücken, Erlebnissen und Begegnungen auf dieser sehr besonderen Tour.
Dass es gar nicht nötig ist, weit zu reisen, um einiges zu erleben, können Sie in unserem Beitrag „Spaltenbergung vegan“ erfahren (Seite 12). Er bewegt sich zwischen Sektionshaus und Feldberg. Aber dieser vergleichsweise kleine Raum genügt völlig, um einen Rückblick auf anstrengende Bemühungen zu bieten, Einsichten ins bunte Leben im Sektionshaus und eine Vorschau auf den nächsten Winter. Und er hält die selbst für einen erfahrenen, versierten Skibergsteiger verblüffende Erkenntnis parat, welchen Unterschied 20 Kilo machen können.
Außerdem stellen wir das neue Alpenvereinsjahrbuch vor (Seite 34), die gerade eben erschienene Publikation von DAV, ÖAV und AVS. Diesmal geht es, neben vielem anderen, um die Schwerpunkte Sammeln und Sarntaler Alpen. Dann informieren wir über den Sozialtopf der Sektion (Seite 24). Er eröffnet auf unkomplizierte Weise Menschen mit eng begrenzten finanziellen Spielräumen die Möglichkeit, an Aktivitäten der Sektion teilzuhaben.
Aber das ist natürlich noch längst nicht alles, was Sie in dieser Ausgabe von bergwärts lesen können. Die Palette ist weit gespannt – vom Partnerschaftstreffen mit den Freunden aus Besançon, einem Rückblick auf Geschichten und Geschichte beim Treffen der Senioren über eine Winter-Tour der DAV-Jugend bis hin zum Hinweis auf die anstehende Zastler-Aktion, die dem Landschafts- und Naturschutz am Feldberg dient.
Es gibt also viel zu stöbern und zu entdecken in diesem Heft. Viel Spaß dabei wünscht die bergwärts-Redaktion
Ulrich Rose